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FIDE-Schachregeln Deutsche Übersetzung, Stand: 1. Juli 2001 Der englische Text ist die authentische Fassung der FIDE-Schachregeln, angenommen vom 71. FIDE-Kongreß in Istanbul (Türkei) im November 2000. Sie treten am 1. Juli 2001 in Kraft. Die Personenbezeichnungen und ihre Fürwörter werden so verwendet, daß sie unterschiedslos das männliche und das weibliche Geschlecht mit einschließen. Vorwort Die Schachregeln können weder alle Situationen erfassen, die sich im Laufe einer Partie ergeben können, noch können sie alle administrativen Fragen regeln. In Fällen, die nicht durch einen Artikel der Schachregeln genau geklärt sind, sollte es möglich sein, durch das Studium analoger Situationen, die von den Schachregeln erfaßt werden, zu einer korrekten Entscheidung zu gelangen. Die Schachregeln setzen voraus, daß Schiedsrichter das notwendige Sachverständnis, gesundes Urteilsvermögen und absolute Objektivität besitzen. Eine allzu detaillierte Regelung könnte dem Schiedsrichter seine Entscheidungsfreiheit nehmen und ihn somit daran hindern, eine sportliche, logische und den speziellen Gegebenheiten angemessene Lösung zu finden. Die FIDE appelliert an alle Schachspieler und Föderationen, sich dieser Auffassung anzuschließen. Eine angeschlossene Föderation hat das Recht, detailliertere Schachregeln anzuwenden, vorausgesetzt, daß diese: a) in keiner Weise mit den offiziellen Schachregeln der FIDE in Konflikt treten, Spielregeln
Regeln für den Schachsport
Anhang
Spielregeln Artikel 1: Wesen und Ziele des Schachspiels 1.1 Das Schachspiel wird zwischen zwei Gegnern gespielt, die abwechselnd ihre Figuren auf einem quadratischen Spielbrett, 'Schachbrett' genannt, ziehen. Der Spieler mit den weißen Figuren beginnt die Partie. Ein Spieler 'ist am Zug', sobald der Zug seines Gegners ausgeführt worden ist. 1.2 Das Ziel eines jeden Spielers ist es, den gegnerischen König so 'anzugreifen', daß der Gegner keinen regelgemäßen Zug zur Verfügung hat, der ein 'Schlagen' des Königs im folgenden Zug vermeiden würde. Der Spieler, der dieses Ziel erreicht, hat den gegnerischen König 'mattgesetzt' und das Spiel gewonnen. Der Gegner, dessen König mattgesetzt worden ist, hat das Spiel verloren. 1.3 Ist eine Stellung erreicht, in der keinem der beiden Spieler das Mattsetzen mehr möglich ist, ist das Spiel 'remis' (unentschieden). Artikel 2: Die Anfangsstellung der Figuren auf dem Schachbrett 2.1 Das Schachbrett besteht aus einem 8 x 8 Gitter von 64 gleich großen Quadraten, die abwechselnd hell und dunkel sind (die 'weißen' und die 'schwarzen Felder'). Das Schachbrett wird so zwischen die beiden Spieler gelegt, daß auf der Seite vor einem Spieler das rechte Eckfeld weiß ist. 2.2 Zu Beginn der Partie hat der eine Spieler 16 helle ('weiße'), der andere 16 dunkle ('schwarze') Figuren. Diese Figuren sind die folgenden:
2.3 Die Anfangsstellung der Figuren auf dem Schachbrett ist die folgende:
2.4 Die acht senkrechten Spalten von Feldern heißen 'Linien', die acht waagerechten Zeilen von Feldern heißen 'Reihen'. Eine geradlinige Folge von Feldern gleicher Farbe, die sich jeweils an den Ecken berühren, heißt 'Diagonale'. Artikel 3: Die Gangart der Figuren 3.1 Es ist nicht gestattet, eine Figur auf ein Feld zu ziehen, das bereits von einer Figur der gleichen Farbe besetzt ist. Wenn eine Figur auf ein Feld zieht, das von einer gegnerischen Figur besetzt ist, wird letztere geschlagen und als Teil desselben Zuges vom Schachbrett entfernt. Eine Figur greift eine gegnerische Figur an, wenn sie auf jenem Feld gemäß Artikel 3.2 bis 3.8 schlagen könnte. 3.2 Der Läufer darf auf ein beliebiges anderes Feld entlang einer der Diagonalen ziehen, auf welcher er steht.
3.3 Der Turm darf auf ein beliebiges anderes Feld entlang der Linie oder der Reihe ziehen, auf welcher er steht.
3.4 Die Dame darf auf ein beliebiges anderes Feld entlang der Linie, der Reihe oder einer der Diagonalen ziehen, auf welchen sie steht.
3.5 Beim Ausführen dieser Züge dürfen Dame, Turm und Läufer nicht über dazwischenstehende Figuren hinwegziehen. 3.6 Der Springer darf auf eines der Felder ziehen, die seinem Standfeld am nächsten, aber nicht auf gleicher Linie, Reihe oder Diagonalen mit diesem liegen.
3.7 Der Bauer darf
d. Ein Bauer, der ein Feld angreift, das von einem gegnerischen Bauern überschritten worden ist, der von seinem Ursprungsfeld aus in einem Zug um zwei Felder vorgerückt ist, darf diesen gegnerischen Bauern so schlagen, als ob letzterer nur um ein Feld vorgerückt wäre. Dieses Schlagen darf nur in dem Zug geschehen, der auf ein solches Vorrücken folgt, und wird 'Schlagen en passant' genannt.
e. Sobald ein Bauer diejenige Reihe erreicht hat, die am weitesten von seinem Ursprungsfeld entfernt ist, muß er als Teil desselben Zuges gegen eine Dame, einen Turm, einen Läufer oder einen Springer derselben Farbe ausgetauscht werden. Die Auswahl des Spielers ist nicht auf bereits geschlagene Figuren beschränkt. Dieser Austausch eines Bauern für eine andere Figur wird 'Umwandlung' genannt, und die Wirkung der neuen Figur tritt sofort ein. 3.8 Der König
ii) oder er 'rochiert'. Die 'Rochade' ist ein Zug des Königs und eines gleichfarbigen Turmes auf der gleichen Reihe. Sie gilt als ein einziger Zug und wird folgendermaßen ausgeführt: der König wird von seinem Ursprungsfeld um zwei Felder in Richtung des Turmes hin versetzt, dann wird dieser Turm auf das Feld gesetzt, daß der König soeben überquert hat. Vor weißer kleiner Rochade
Nach weißer kleiner Rochade
Vor weißer großer Rochade
Nach weißer großer Rochade
1) Die Rochade ist regelwidrig: 2) Die Rochade ist vorübergehend verhindert, 3b. Ein König 'steht im Schach', wenn er von einer oder mehreren gegnerischen Figuren angegriffen wird, auch wenn diese selbst nicht ziehen können. Das Ansagen eines Schachgebotes ist nicht erforderlich. 3.9 Keine Figur darf einen Zug machen, welcher den eigenen König einem Schachgebot aussetzt oder ihn in einem Schachgebot stehen läßt. Artikel 4: Die Ausführung der Züge 4.1 Jeder Zug muß mit einer Hand allein ausgeführt werden. 4.2 Vorausgesetzt, daß er seine Absicht im voraus bekannt gibt (z.B. durch die Ankündigung 'j'adoube' oder 'ich korrigiere'), darf der Spieler, der am Zuge ist, eine oder mehrere Figuren auf ihren Feldern zurechtrücken. 4.3 Berührt der Spieler, der am Zuge ist, den Fall von Artikel 4.2
ausgenommen, absichtlich auf dem Schachbrett 4.4 Wenn 4.5 Falls keine der berührten Figuren gezogen oder geschlagen werden kann, darf der Spieler einen beliebigen regelgemäßen Zug ausführen. 4.6 Ein Spieler verliert sein Recht, einen Verstoß gegen Artikel 4.3 oder 4.4 durch seinen Gegner zu beanstanden, sobald er selbst absichtlich eine Figur berührt hat. 4.7 Wenn in einem regelgemäßen Zug oder Teil eines regelgemäßen Zuges eine Figur auf einem Feld losgelassen worden ist, kann sie nicht mehr auf ein anderes Feld gezogen werden. Der Zug gilt als ausgeführt, wenn alle notwendigen Anforderungen von Artikel 3 erfüllt worden sind. Artikel 5: Die Beendigung der Partie 5.1 Die Partie 5.2 Die Partie Regeln für den Schachsport 6.1 Eine 'Schachuhr' ist eine Uhr mit zwei Zeitanzeigen, die so miteinander verbunden sind, daß zu gleicher Zeit nur eine von ihnen laufen kann. 'Uhr' bedeutet in den Schachregeln jeweils eine der beiden Zeitanzeigen. Das Fallen des 'Fallblättchens' bedeutet, daß die einem Spieler zugewiesene Zeit aufgebraucht worden ist. 6.2 Wenn Im Aufschub-Modus erhalten beide Spieler eine Hauptbedenkzeit. Außerdem erhält jeder Spieler pro Zug eine festgelegte Extrabedenkzeit. Der Verbrauch der Hauptbedenkzeit setzt erst nach dem Ablauf der Extrabedenkzeit ein. Vorausgesetzt, daß der Spieler seine Uhr vor Ablauf der Extrabedenkzeit anhält, ändert sich die Hauptbedenkzeit nicht, unabhängig vom Anteil an Extrabedenkzeit, der verbraucht worden ist. 6.3 Jede Zeitanzeige hat ein 'Fallblättchen'. Unmittelbar nach dem Fallen eines Fallblättchens müssen die Anforderungen von Artikel 6.2 a) überprüft werden. 6.4 Der Schiedsrichter entscheidet vor Partiebeginn, wo die Schachuhr zu stehen kommt. 6.5 Zu dem für den Partiebeginn festgesetzten Zeitpunkt wird die Uhr des Spielers mit den weißen Figuren in Gang gesetzt. 6.6 Falls zu Beginn keiner der Spieler anwesend ist, verliert der Spieler mit den weißen Figuren die gesamte Zeit bis zu seinem Eintreffen, es sei denn, das Turnierreglement sieht etwas anderes vor oder der Schiedsrichter entscheidet anders. 6.7 Jeder Spieler, der mehr als eine Stunde nach dem angesetzten Spielbeginn am Schachbrett eintrifft, verliert die Partie, es sei denn, das Turnierreglement sieht etwas anderes vor oder der Schiedsrichter entscheidet anders. 6.8 Während 6.9 Das Fallblättchen gilt als gefallen, wenn der Schiedsrichter dies beobachtet oder einer der Spieler zu Recht darauf hingewiesen hat. 6.10 Außer in den Fällen, die durch die Artikel 5.1 oder einen der Artikel 5.2 a), b) oder c) erfaßt werden, gilt, daß ein Spieler seine Partie verloren hat, wenn er die vorgeschriebene Anzahl von Zügen in der zugewiesenen Zeit nicht vollständig abgeschlossen hat. Die Partie ist jedoch remis, wenn eine Stellung entstanden ist, aus der heraus es dem Gegner nicht möglich ist, den König des Spielers durch irgendeine Folge von regelgemäßen Zügen, selbst bei ungeschicktestem Gegenspiel, matt zu setzen. 6.11 Jede Anzeige auf den Uhren ist bindend, sofern kein offensichtlicher Mangel vorliegt. Eine Schachuhr mit einem offensichtlichen Mangel muß ersetzt werden. Der Schiedsrichter bestimmt nach bestem Ermessen, auf welche Zeiten die Ersatzuhr zu stellen ist. 6.12 Wenn beide Fallblättchen gefallen sind, aber nicht feststellbar ist, welches zuerst, wird die Partie fortgesetzt. 6.13 Wenn 6.14 Wenn die Figuren infolge eines Regelverstoßes oder aus anderen Gründen in eine vorangegangene Stellung zurückversetzt werden müssen, bestimmt der Schiedsrichter nach bestem Ermessen, auf welche Zeiten die Uhren zu stellen sind. Er berichtigt auch, falls nötig, den Zugzähler der Uhr. 6.15 Projektionsleinwände, Bildschirme oder Demonstrationsbretter, welche die aktuelle Stellung auf dem Schachbrett, die Züge und die Anzahl der gespielten Züge zeigen, sowie die Uhren, die auch die Zügezahl anzeigen, sind im Turniersaal erlaubt. Jedoch darf ein Spieler einen Anspruch nicht auf Informationen stützen, die auf derartigen Anzeigen beruhen. 7.1 Wenn 7.2 Wenn eine Partie mit vertauschten Farben begonnen worden ist, wird sie fortgesetzt, es sei denn, der Schiedsrichter entscheidet anders. 7.3 Wenn ein Spieler eine oder mehrere Figuren verschiebt, muß er die korrekte Stellung auf Kosten seiner eigenen Zeit wieder aufbauen. Falls nötig, hält der Spieler oder sein Gegner die Uhren an, und bittet den Schiedsrichter um Hilfe. Der Schiedsrichter darf den Spieler, der die Figuren verschoben hat, bestrafen. 7.4 Wenn 7.5 Wenn während der Partie festgestellt wird, daß Figuren von ihren Feldern verschoben worden sind, wird die Stellung vor dem Regelverstoß wiederhergestellt. Falls die Stellung unmittelbar vor dem Regelverstoß nicht ermittelt werden kann, wird die Partie aus der letzten bekannten Stellung vor dem Regelverstoß heraus weitergespielt. Die Uhren werden gemäß Artikel 6.14 gestellt. Daraufhin wird die Partie aus der so erreichten Stellung heraus weitergespielt. Artikel 8: Die Aufzeichnung der Züge 8.1 Im Laufe der Partie ist jeder Spieler verpflichtet, seine eigenen Züge und die seines Gegners auf korrekte Weise aufzuzeichnen, Zug für Zug, so klar und lesbar wie möglich, in algebraischer Notation (Anhang E), auf dem für das Turnier vorgeschriebenen 'Partieformular'. Ein Spieler darf, wenn er es wünscht, auf den Zug seines Gegners antworten, bevor er ihn aufzeichnet. Er muß seinen eigenen vorangegangenen Zug aufzeichnen, bevor er einen neuen macht. Beide Spieler müssen ein Remisangebot auf dem Partieformular aufzeichnen (Anhang E.12). Falls es einem Spieler nicht möglich ist, die Partie aufzuzeichnen, wird ihm zu Beginn der Partie eine vom Schiedsrichter bestimmte Zeitspanne von seiner Bedenkzeit abgezogen. 8.2 Das Partieformular muß vom Schiedsrichter die ganze Partie hindurch gesehen werden können. 8.3 Die Partieformulare sind Eigentum des Turnierveranstalters. 8.4 Wenn ein Spieler weniger als 5 Minuten Restbedenkzeit hat, ist er nicht verpflichtet, die Anforderungen von Artikel 8.1 zu erfüllen. Dies gilt nicht, wenn er pro Zug mindestens 30 zusätzliche Sekunden zu seiner Bedenkzeit hinzugefügt bekommt. Nachdem ein Fallblättchen gefallen ist, muß der Spieler seine Aufzeichnungen sofort, vor Ausführung eines Zuges auf dem Schachbrett, vollständig nachtragen. 8.5 Wenn 8.6 Wenn die Partieformulare nicht auf den aktuellen Stand gebracht werden können und somit nicht zeigen können, ob ein Spieler die Bedenkzeit vor Ausführung der verlangten Zahl von Zügen überschritten hat, gilt der nächste Zug als der erste für die folgende Zeitperiode, außer in dem Fall, daß nachweisbar mehr Züge gespielt worden sind. 8.7 Nach Ende der Partie unterzeichnen beide Spieler beide Partieformulare mit dem darauf notierten Partieresultat. Dieses Resultat bleibt gültig, auch wenn es falsch eingetragen worden ist, außer der Schiedsrichter entscheidet anders. Artikel 9: Das Remis (die unentschiedene Partie) 9.1 Ein Spieler, 9.2 Die Partie ist remis aufgrund eines korrekten Antrages des Spielers, der am Zuge
ist, wenn dieselbe Stellung mindestens zum dritten Mal (nicht notwendigerweise
durch Zugwiederholung in direkter Folge) Stellungen unter a) und b) gelten als gleich, wenn der gleiche Spieler am Zuge ist, Figuren der gleichen Art und Farbe die gleichen Felder besetzen und die Zugmöglichkeiten aller Figuren beider Spieler gleich sind. Stellungen sind nicht gleich, wenn ein Bauer, der en passant geschlagen werden konnte, nicht mehr geschlagen werden kann, oder wenn sich das Recht zu rochieren vorübergehend oder entgültig geändert hat. 9.3 Die Partie ist remis aufgrund eines korrekten Antrages des
Spielers, der am Zuge ist, falls 9.4 Wenn ein Spieler einen Zug macht, ohne gemäß Artikel 9.2 oder 9.3 remis beansprucht zu haben, verliert er für diesen Zug das Recht dazu. 9.5 Wenn ein Spieler gemäß Artikel 9.2 oder 9.3 remis beansprucht, muß
er sofort beide Uhren anhalten. Er ist nicht berechtigt, seinen Antrag zurückzuziehen. 9.6 Die Partie ist remis, sobald eine Stellung entstanden ist, aus welcher ein Matt durch keine erdenkliche Folge von regelgemäßen Zugen, selbst bei ungeschicktestem Spiel, erreichbar ist. Damit ist die Partie sofort beendet. 10.1 Die 'Endspurtphase' ist die letzte Phase in einer Partie, in welcher alle verbleibenden Züge in einer begrenzten Zeit gemacht werden müssen. 10.2 Wenn der Spieler, der am Zuge ist, weniger als zwei Minuten
Restbedenkzeit hat, darf er, bevor sein Fallblättchen gefallen ist, remis
beantragen. Er hält die Uhren an und ruft den Schiedsrichter herbei. 10.3 Wenn beide Fallblättchen gefallen sind und es nicht nachweisbar ist, welches das erste war, ist die Partie remis. 11.1 Außer nach anderslautender Vorankündigung gilt, daß ein Spieler,
Artikel 12: Das Verhalten der Spieler 12.1 Ein Schachspieler unternimmt nichts, was dem Ansehen des Schachspiels abträglich sein könnte. 12.2 Während des Spielverlaufs ist es den Spielern verboten, sich irgendwelche Notizen, Informationsquellen oder Ratschläge zunutze zu machen, oder auf einem anderen Schachbrett zu analysieren. Das Partieformular dient ausschließlich der Aufzeichnung der Züge, der Zeitangaben auf den Uhren, der Remisangebote und der mit einem Antrag in Zusammenhang stehenden Umstände. 12.3 Spieler, die ihre Partie beendet haben, gelten als Zuschauer. 12.4 Es ist den Spielern nicht gestattet, das Turnierareal ohne Erlaubnis des Schiedsrichters zu verlassen. Das Turnierareal ist begrenzt auf den Spielbereich, Toiletten, Verpflegungsbereiche und Nebenräume für Raucher, sowie auf weitere, vom Schiedsrichter bezeichnete Bereiche. Dem Spieler, der am Zug ist, ist es nicht gestattet, den Spielbereich ohne Erlaubnis des Schiedsrichters zu verlassen. 12.5 Es ist verboten, den Gegner auf irgendwelche Art abzulenken oder zu stören. Dazu gehört auch ungerechtfertigtes Antragstellen oder Anbieten von remis. 12.6 Ein Verstoß gegen irgendeinen Teil der Artikel 12.1 bis 12.5 wird gemäß Artikel 13.4 bestraft. 12.7 Andauernde Weigerung eines Spielers, sich an die Schachregeln zu halten, wird mit Partieverlust bestraft. Die vom Gegner erzielte Punktzahl wird vom Schiedsrichter bestimmt. 12.8 Wenn sich beide Spieler gemäß Artikel 12.7 schuldig machen, wird für beide das Spiel für verloren erklärt. Artikel 13: Der Aufgabenbereich des Schiedsrichters (siehe Vorwort) 13.1 Der Schiedsrichter achtet auf striktes Einhalten der Schachregeln. 13.2 Der Schiedsrichter handelt im besten Interesse des Wettkampfes. Er soll dafür sorgen, daß durchgehend gute Spielbedingungen herrschen und daß die Spieler nicht gestört werden. Er beaufsichtigt den Ablauf des Wettkampfes. 13.3 Der Schiedsrichter beobachtet die Partien, besonders in der Zeitnotphase, setzt Entscheidungen, die er getroffen hat, durch und verhängt in angebrachten Fällen Strafen über Spieler. 13.4 Der Schiedsrichter kann eine oder mehrere der folgenden Strafen
verhängen: 13.5 Bei externen Störungen darf der Schiedsrichter einem der Spieler oder auch beiden zusätzliche Bedenkzeit gewähren. 13.6 Der Schiedsrichter darf nicht in eine Partie eingreifen, außer in den Fällen, die in den Schachregeln erwähnt sind. Er gibt die Zahl der gespielten Züge nicht bekannt, außer in Anwendung von Artikel 8.5 zu dem Zeitpunkt, da mindestens einer der Spieler seine gesamte Bedenkzeit verbraucht hat. Der Schiedsrichter unterläßt es, einem Spieler mitzuteilen, daß sein Gegner einen Zug ausgeführt habe. 13.7 Zuschauer und Spieler anderer Partien dürfen nicht über eine Partie reden oder sich auf andere Weise einmischen. Falls nötig, darf der Schiedsrichter die Störer aus dem Turnierareal weisen. 14.1 Angeschlossene Föderationen können die FIDE in Fragen zu den Schachregeln um offizielle Entscheidungen ersuchen. Anhang A. Hängepartien (abgebrochene Partien) A1. Ist nach Ablauf A2. Folgende Angaben gehören auf den Umschlag: A3. Der Schiedsrichter überprüft die Richtigkeit der Angaben auf dem Umschlag und ist für dessen sichere Aufbewahrung verantwortlich. A4. Wenn ein Spieler remis anbietet, nachdem sein Gegner seinen Zug abgegeben hat, bleibt das Angebot gültig, bis der Gegner es gemäß Artikel 9.1 angenommen oder abgelehnt hat. A5. Vor Wiederaufnahme der Partie wird die Stellung unmittelbar vor dem Abgabezug auf dem Schachbrett aufgebaut und die Uhren werden auf die Zeiten gestellt, die jeder Spieler bis zum Partieabbruch verbraucht hatte. A6. Falls vor der Wiederaufnahme der Partie ein Remis vereinbart wird oder einer der Spieler dem Schiedsrichter mitteilt, daß er aufgebe, ist die Partie beendet. A7. Der Umschlag wird erst geöffnet, wenn der Spieler, der auf den Abgabezug antworten muß, anwesend ist. A8. Mit Ausnahme der Fälle, die durch die Artikel 6.10 und 9.6 erfasst werden, ist
die Partie für einen Spieler verloren, dessen Aufzeichnung seines Abgabezuges A9. Zum vereinbarten Zeitpunkt der Wiederaufnahme wird wie folgt verfahren: A10. Ein Spieler verliert die Partie, wenn er zur Wiederaufnahme einer Hängepartie
mit mehr als einer Stunde Verspätung am Schachbrett erscheint (es sei denn, das
Turnierreglement sieht etwas anderes vor oder der Schiedsrichter entscheidet
anders). Ist jedoch der Spieler, der den Zug abgegeben hat, der Zuspätkommende,
so ist der Partieausgang anders, falls: A11. A12. Wenn bei der Wiederaufnahme der Partie einer der Spieler vor Ausführung seines ersten Zuges darauf hinweist, daß die verbrauchte Zeit auf einer der Uhren falsch eingestellt worden sei, muß der Fehler berichtigt werden. Wird der Fehler nicht festgestellt, geht die Partie ohne Berichtigung weiter, es sei denn, der Schiedsrichter erachtet die Folgen als zu schwerwiegend. A13. Maßgebend für Anfang und Ende jeder Wiederaufnahmespielzeit ist die Uhr des Schiedsrichters. Die Uhrzeiten für den Beginn und für den Schluß werden im voraus bekannt gegeben. B1. Eine Schnellschachpartie ist eine Partie, in welcher alle Züge innerhalb einer festgesetzten Zeit von zwischen 15 und 60 Minuten pro Spieler gemacht werden müssen. B2. Es gelten die FIDE-Schachregeln, es sei denn, sie werden durch die folgenden Schnellschachregeln außer Kraft gesetzt. B3. Die Spieler müssen die Züge nicht aufzeichnen. B4. Sobald jeder Spieler drei Züge vollständig abeschlossen hat, kann eine falsche Figurenaufstellung, Brettausrichtung oder Uhrzeigerstellung nicht mehr beanstandet werden. Falls König und Dame vertauscht worden sind und danach dort belassen worden sind, darf mit diesem König nicht mehr rochiert werden. B5. Der Schiedsrichter B6. Das Fallblättchen gilt als gefallen, sobald einer der Spieler mit Recht darauf hingewiesen hat. Der Schiedsrichter unterläßt es, das Fallen eines Blättchens anzuzeigen. B7. Um einen Gewinn durch Zeitüberschreitung zu beanspruchen, muß der Antragsteller beide Uhren anhalten und den Schiedsrichter benachrichtigen. Dem Antrag wird nur stattgegeben, wenn nach Anhalten der Uhren das Fallblättchen des Antragstellers noch oben und das seines Gegners gefallen ist. B8. Falls beide Fallblättchen gefallen sind, ist die Partie remis. C1. Eine Blitzpartie ist eine Partie, in welcher alle Züge innerhalb einer festgesetzten Zeit von weniger als 15 Minuten pro Spieler gemacht werden müssen. C2. Es gelten die Schnellschachregeln gemäß Anhang B, es sei denn, sie werden durch die folgenden Blitzschachregeln außer Kraft gesetzt werden. C3. Ein regelwidriger Zug ist vollständig abgeschlossen, sobald die Uhr des Gegners in Gang gesetzt worden ist. Daraufhin, bevor er selbst seinen Zug ausführt, ist der Gegner berechtigt, den Gewinn zu beanspruchen. Wenn der Gegner den König des Spielers mit keiner erdenklichen Folge von regelgemäßen Zügen, bei ungeschicktestem Gegenspiel, mattsetzen kann, dann ist er berechtigt, bevor er seinen eigenen Zug ausführt, ein Remis zu beanspruchen. Sobald der Gegner seinen eigenen Zug ausgeführt hat, kann ein regelwidriger Zug nicht mehr berichtigt werden. C4. Artikel 10.2 ist nicht in Kraft. D. Endspurtphase ohne Anwesenheit eines Schiedsrichters D1. Wenn Partien gemäß Artikel 10 gespielt werden, kann ein Spieler zu einem Zeitpunkt, bei dem ihm weniger als zwei Minuten Bedenkzeit verbleiben, aber sein Fallblättchen noch nicht gefallen ist, remis beantragen. Dies beendet die Partie. Er hat die Möglichkeit, seinen Antrag darauf zu begründen, daß Im Fall a) muß der Spieler die Endstellung aufschreiben und sein Gegner muß sie bestätigen. Im Fall b) muß der Spieler die Endstellung aufschreiben und ein vor dem Ende der Partie komplett ausgefülltes Partieformular abgeben. Der Gegner bestätigt sowohl die Partieaufzeichnung als auch die Schlußstellung. Der Antrag wird einem Schiedsrichter übergeben, dessen Entscheidung endgültig ist. Bei ihren eigenen Turnieren und Wettkämpfen erkennt die FIDE nur ein einziges System für die Aufzeichnung der Züge, das algebraische, an und empfiehlt, diese einheitliche Schachnotation auch für Schachbücher und Zeitschriften zu verwenden. Partieformulare, welche ein anderes als das algebraische System verwenden, dürfen in Fällen, in denen üblicherweise das Partieformular eines Spielers benützt wird, nicht als Beweismittel verwendet werden. Wenn ein Schiedsrichter bemerkt, dass ein Spieler ein anderes als das algebraische System verwendet, soll er ihn warnend auf diese Anforderung aufmerksam machen. Beschreibung des algebraischen Systems E1. Jede Figur mit Ausnahme der Bauern wird mit dem großgeschriebenen
Anfangsbuchstaben ihres Namens angegeben. E2. Jeder Spieler hat das Recht, den Anfangsbuchstaben des Figurennamens, der in
seiner Landessprache üblich ist, zu verwenden.
Für gedruckte Veröffentlichungen wird der Gebrauch von Symbolen anstelle der Figurennamen empfohlen. E3. Bauern werden nicht mit ihrem Anfangsbuchstaben angegeben, sondern sind durch
das Fehlen eines solchen zu erkennen. E4. Die acht Linien (für Weiß von links nach rechts, für Schwarz von rechts nach links) werden mit den kleingeschriebenen Buchstaben a, b, c, d, e, f, g und h angegeben. E5. Die acht Reihen (für Weiß von unten nach oben, für Schwarz von oben nach unten) werden numeriert mit 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7 und 8. Infolgedessen stehen in der Anfangsstellung die weißen Figuren auf der ersten und zweiten Reihe, die schwarzen auf der achten und siebenten Reihe (siehe Artikel 2.3). E6. Jedes Feld wird angegeben mit
E7. Jeder Zug einer Figur wird angegeben mit Zwischen a) und b) steht kein Bindestrich. Bei Bauern wird nur das Ankunftsfeld angegeben. E8. Wenn eine Figur schlägt, wird ein 'x' zwischen Wenn ein Bauer schlägt, muß nicht nur das Ankunftsfeld, sondern auch die
Herkunftslinie, gefolgt von einem 'x', angegeben werden. Im Falle eines Schlagens en passant wird als Ankunftsfeld das Feld genommen,
auf welchem der schlagende Bauer am Ende steht, und 'e.p.' wird der Aufzeichnung angefügt. E9. Falls zwei gleichartige Figuren auf dasselbe Feld ziehen
können, wird die Figur, die gezogen wird, wie folgt angegeben: 2. Falls beide Figuren auf derselben Linie stehen, mit 3. Falls die beiden Figuren auf verschiedenen Reihen und verschiedenen Linien stehen, wird Methode 1 bevorzugt. Beim Schlagen muss ein 'x' zwischen b) und c) eingefügt werden. Beispiele: Falls in den vorangegangenen Beispielen der Springer auf f3 schlägt, wird ein 'x' eingefügt: E10. Wenn zwei Bauern auf demselben Feld schlagen können, wird die Aufzeichnung des Zuges des schlagenden Bauern nicht verändert. Siehe Artikel E.8. E11. Im Falle einer Bauernumwandlung wird der ausgeführte
Bauernzug angegeben, unmittelbar gefolgt vom Anfangsbuchstaben der neuen Figur. E12. Ein Remisangebot wird mit (=) notiert. Wichtige Abkürzungen: Musterpartie: F. Wettkämpfe mit sehbehinderten Teilnehmern F1. Die Veranstalter haben das Recht, die folgenden Regeln den
örtlichen Umständen anzupassen. In Wettkämpfen zwischen sehenden und
sehbehinderten (gesetzlich blinden) Spielern kann jeder der beiden Spieler die
Benutzung von zwei Schachspielen verlangen. Der sehende Spieler benutzt ein
normales Spiel, der sehbehinderte Spieler ein speziell gefertigtes. Das speziell
gefertigte soll den folgenden Bestimmungen entsprechen: F2. Es gelten die folgenden Regeln: A-Anna B-Bella C-Cäsar D-David E-Eva F-Felix G-Gustav H-Hector Die Reihen von Weiß nach Schwarz werden mit den deutschen Nummern bezeichnet: 1-eins 2-zwei 3-drei 4-vier 5-fünf 6-sechs 7-sieben 8-acht Die Rochade wird mit den deutschen Bezeichnungen "Lange Rochade" und "Kurze Rochade" angesagt. Die Figuren tragen folgende Namen: König, Dame, Turm, Läufer, Springer, Bauer. Wenn ein Bauer umgewandelt wird, muss der Spieler ansagen, welche Figur er wählt. 2. Auf dem Brett des sehbehinderten Spielers zählt eine Figur als 'berührt', wenn sie aus der Sicherungsöffnung genommen wurde. 3. Ein Zug gilt als ausgeführt wenn: Erst dann darf die Uhr des Gegners in Gang gesetzt werden. Für die Punkte 2 und 3 gelten für den sehenden Spieler die normalen Schachregeln. 4. Eine Spezialuhr für den sehbehinderten Spieler ist zulässig. Sie hat
die folgenden Eigenschaften: 5. Der sehbehinderte Spieler muß die Partie in Braille oder Langschrift notieren oder ein Bandgerät benutzen. 6. Ein Versprecher bei der Ansage der Züge muß sofort berichtigt werden, und zwar bevor die Uhr des Gegners in Gang gesetzt wird. 7. Falls während des Spiels auf den beiden Brettern unterschiedliche Stellungen festgestellt werden, müssen sie unter Mithilfe des Schiedsrichters und unter Benutzung der Aufzeichnungen beider Spieler berichtigt werden. Wenn beide Aufzeichnungen übereinstimmen, muß der Spieler, der den richtigen Zug aufgeschrieben, aber den falschen ausgeführt hat, seine Brettstellung entsprechend den Aufzeichnungen berichtigen. 8. Wenn unterschiedliche Stellungen festgestellt werden und die Mitschriften nicht übereinstimmen, werden die Züge bis zu dem Punkt zurückgenommen, an dem beide Mitschriften übereinstimmen. Der Schiedsrichter berichtigt die Stellung der Uhren entsprechend. 9. Der sehbehinderte Spieler darf sich von einem Helfer unterstützten
lassen, der einige oder sämtliche der folgenden Pflichten übernimmt: Wenn der sehbehinderte Spieler keinen Helfer hat, darf der sehende Spieler einen Helfer einsetzen, der die Aufgaben unter Punkt 9.a und b übernimmt. |